BLAUHERZ – Ein inklusives Modelabel aus Deutschland

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Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind auf den Rollstuhl angewiesen und haben deshalb Schwierigkeiten, passende Kleidung zu finden. Vor allem, wenn es um den Kauf einer neuen Hose geht, stehen Rollstuhlfahrer/innen vor besonderen Herausforderungen: Die Standardhosen aus dem Kaufhaus rutschen, hinterlassen Druckstellen oder sie sind schlicht zu kurz.

BLAUHERZ. hat es sich zum Ziel gesetzt, jedem Menschen durch Kleidung ein Stückchen mehr Selbstbewusstsein zu geben. Deshalb hat das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Weinheim eine Hose entwickelt, die den Ansprüchen von Rollstuhlfahrern und Rollstuhlfahrerinnen gerecht wird.

Durch einen hohen, elastischen Bund und flache Nähte rutscht die Hose auch bei langem Sitzen nicht herunter und hinterlässt keine unangenehmen Druckstellen. Ein verlängerter Reißverschluss mit Grifflasche und verstärkte Gürtelschlaufen machen das Ankleiden mit und ohne Hilfe einfacher. Zudem erleichtert ein eigens entwickelter Magnetverschluss Menschen mit motorischen Schwierigkeiten das Öffnen und Schließen der Hose. Die Länge der Hosenbeine kann außerdem individuell angepasst werden.

BLAUHERZ. ist aber viel mehr als nur eine Hose. Seit Anfang 2018 bauen die Projektpartner/innen eine Nähmanufaktur in Weinheim auf, in der alle Blauherz-Produkte hergestellt werden. Bei BLAUHERZ. entstehen so Arbeitsplätze für Geflüchtete, sozial Benachteiligte und zukünftig auch für Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es, durch Beschäftigung und eigene Einkünfte, Teilhabe und ein selbständiges Leben zu ermöglichen.

Im Produktionsprozess von BLAUHERZ. wird darauf geachtet, den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Dazu wählt das Unternehmen seine  Partner sorgfältig aus und verwendet hauptsächlich Stoffe, die nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind – darunter auch unsere Lebenskleidung-Stoffe!

Hosen, T-Shirts und Accessoires sind bereits heute im Onlineshop zu erwerben. In Zukunft wird es bei BLAUHERZ. ein breites Angebot an Mode für Menschen mit und ohne Behinderung geben. BLAUHERZ. ist deshalb ein inklusives Modelabel für alle – denn inklusive Mode wird inklusiv produziert.

BLAUHERZ. ist ein Gemeinschaftsprojekt der Studierendeninitiative Enactus Mannheim e.V. und des Pilgerhauses Weinheim. Im Verein Enactus arbeiten Studierende ehrenamtlich zugunsten von sozialen Unternehmungen, mit dem Ziel, ihr Fachwissen einzubringen und soziales Unternehmertum zu fördern. Das Pilgerhaus Weinheim ist eine Einrichtung der evangelischen Jugend- und Behindertenhilfe und begleitet seit 1850 Menschen in differenzierten Wohn und Lebensformen.

Wenn Ihr Fragen, Ideen oder Wünsche habt, dann meldet Euch gern bei BLAUHERZ. – am besten per Mail. Ansprechpartnerinnen sind hier einmal Johanna Strolch (johanna@blauherz.eu) von der Initiative Enactus und Eva-Maria Elfner-Häfele (elfner-haefele@pilgerhaus.de) vom Pilgerhaus Weinheim.

Streifen – Eine Liebe, die nie vergeht

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Streifen sind nicht einfach nur Streifen. Streifen sind ein Gefühl!

Von Meer, Sonne, salziger Luft und dem Geschmack von Rotwein und Käse; dem Duft von Sonnenmilch und Strandkörben, rauschenden Wellen und lachenden Kindern. Streifen lassen uns ebenso an die französische Riviera denken wie an die Nordsee. Sie sind das Gefühl des Sommers.

Streifen sind ein Gefühl!

Sie erinnern uns aber auch an die Roaring Twenties, den Rock’n‘Roll der 50er und die Pariser Bohème der 60er Jahre. Sie strahlen Freiheit, Unabhängigkeit und Rebellion aus. Sie wirken nostalgisch, sportlich, cool und individuell. 

Doch seit wann und warum sind sie eigentlich so bedeutungsvoll geworden?

Ein kleiner Exkurs…

Was wir meinen mit Streifen zu verbinden, verbinden wir eigentlich mit dem „Breton-Shirt“. Im Deutschen ist dieser Begriff allerdings weniger bekannt – wir würden ein gestreiftes Oberteil wohl eher als Ringel-Shirt oder Matrosenhemd bezeichnen. Beide Namen verweisen gleichermaßen auf die Herkunft des Klassikers: Im 19. Jahrhundert wurde das „Breton-Shirt“ von Matrosen der französischen Marine getragen. 21 Streifen hatte es damals – zum einen, um über Bord gegangene Männer schneller in den Wellen zu erkennen, zum anderen als Symbol der 21 Siege Napoleons. 

 Breton Shirt Streifen Jersey

Es war Coco Chanel, die den Look und das Lebensgefühl der Seemänner schließlich auch für Frauen salonfähig machte, als sie 1917 eine maritime Kollektion entwarf. Zum Symbol des Lifestyles wurden Streifen spätestens ab den 30er Jahren, als sich in Saint Tropez sowohl die französische als auch die amerikanische Elite à la Great Gatsby tummelte. Dem Streifen-Shirt haftete etwas ganz Besonderes an – es war sportlich und leger, aber auch elitär – nur einer der vielen Widersprüche, die seine Anziehungskraft ausmachen.

Streifen und die französische Riviera

Streifen im Laufe der Zeit

Erneut geprägt wurde das Kultshirt in den 1960er Jahren – und zwar wieder in Frankreich. Die Pariser Avantgarde – Intellektuelle und Künstler im Dunstkreis von Sartre und Picasso – trugen es als Ausdruck von Rebellion. Aber nicht nur in Paris, auch in den USA wurde es zum Lieblingsstück eines bekannten Künstlers – von Andy Warhol himself. Seine Muse Edie Sedgwick kleidete er in Streifen ein, ebenso wie die Künstler von The Velvet Underground sowie Lou Reed und John Cale, deren Produzent er war.

Und vielleicht ist genau das der Grund, weswegen Streifen so ikonisch wirken: Sie sind eine Konstante, die sich durch die Jahrzehnte zieht.

In den 90er Jahren haftete dem Streifenshirt längst schon seine typisch französisch-lässige, leicht verruchte Wirkung an. Mit eben genau diesem Image spielten die Fotografen Helen und Stephane als sie Jean Paul Gaultier im Breton-Shirt für ein Buchcover fotografierten. Das Foto sollte das berühmteste Bild werden, das die Welt je um Gaultier je gesehen hatte.

Gaultier war es auch, der dem Shirt zum Kultstatus verhalf, als er seinen bekanntesten Parfumflacon „Le Male“ damit zierte. Zusammen mit Doc Martens und gebleichten Haaren wurde es zum Symbol der Popkultur der 90er Jahre – und zwar nicht nur dank Kurt Cobain.

Kurt mit Zahl Streifen bild 5

 

Ein Sprung ins Hier&Jetzt: Wer trägt Ringelshirts heute und vor allem: wie?

Wie Streifenstoffe heute getragen werden

 

Heute werden Streifen locker und cool getragen

Das Must–have kann man auf unterschiedlichste Art und Weise tragen: sportlich, locker und cool oder romantisch, verspielt und ladylike – dann auch sehr gern zu engen Hosen und High Heels. Das Schöne ist: Eurer Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, denn echte Klassiker wirken bekanntlich immer!

Unser Fazit: Ob klein oder groß, alt oder jung, urbaner Freigeist oder Kleinstadtliebhaber, Vintage- oder Fashionlover – mit Streifen seid Ihr wie eh und je auf der sicheren Seite und garantiert nie langweilig!

Quellen: ©
1 photographed by anonymous, found on: http://www.myshowroomblog.es/
2 photographed by Sunshine Charlie, found on: http://www.entouriste.com/st-tropez-vacation/teal-beaches-of-st-tropez-france/
3 photographed by Hans Brixmeier, found on: https://pixabay.com/de/speisekarte-apt-frankreich-cafe-1469716/
4 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:French-Sailors-in-Breton-Stripes.jpg
5 photographed by anonymous, found on: http://holdthisphoto.tumblr.com/
6 photographed by Richard Revel, found on: https://pixabay.com/de/users/hermaion-2204574/
7 Classic Vintage Style Travel Poster originally published in the 1930’s, found here: https://de.pinterest.com/search/pins/?q=Cannes%20vintage%20travel%20poster&rs=typed&0=Cannes%7Ctyped&1=vintage%7Ctyped&2=travel%7Ctyped&3=poster%7Ctyped
8 photographed by anonymous, found on: https://de.pinterest.com/source/3hourspast.com/
9 photographed by Dan Fador, found on: https://pixabay.com/de/villefranche-sur-mer-meer-190463/
10 photographed by anonymous, found on: http://www.prettielanes.com/2015/05/10/top-5-reasons-why-to-wear-maritime-styles/ via honeykennedy.com on pinterest
11 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_coco_chanel.jpg
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13 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_4.jpg
14 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_37.jpg
15 photographed by anonymous, found on:
http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_51.jpg
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http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_41.jpg
17 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_42.jpg
18 photographed by Angel Monsanto III, found on: https://unsplash.com/photos/dZc59s7HhAc
19 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_59.jpeg
20 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_19.jpeg
21photographed by anonymous, found on: http://images.wikifashion.com/uploads/f/f3/Breton_stripe_31.jpg 
22 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_60.jpg 
23 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_46.jpg
24 photographed by anonymous, found on: http://images.wikifashion.com/uploads/e/e0/Breton_stripe_36.jpg
25 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_12.jpeg
26 photographed by anonymous, found on: http://wikifashion.com/wiki/File:Breton_stripe_18.jpg

Die Berlin Fashion Week – was Ihr wissen müsst

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Während in Paris gerade schon die Fashion Week Men zwischen schicken Anzügen und légèrer Streetwear versucht, neue modische Möglichkeiten auszuloten, bereitet sich Berlin seinerseits auf die Fashion Week vor, die am kommenden Dienstag startet. Wir haben für Euch die wichtigsten Trends, News und Veranstaltungen in aller Kürze – und natürlich mit einem Fokus auf allem, was Grün ist!

1. Bei den Trends für das kommende Jahr gilt: weniger ist mehr!

Die Farben werden sehr natürlich, die Schnitte bequem und zeitlos. Kurzum: Es geht um Ruhe und Entschleunigung, um eine neue Nähe zur Natur und um Materialien und Designs, die langlebig und schön sind. Ganz vorne mit dabei sind Beige-, Grün- und Blautöne, die gern mit Prints und Kontrastfarben kombiniert werden.

2. Das Programm der Ethical Fashion Show beginnt in diesem Jahr genau genommen schon vor dem offiziellen Startschuss.
So kann man bereits am 2. Juli im Radialsystem auf der Holzmarkstraße beim FashionSustain Thinkathon vorbeischauen oder anschließend zum Get Together mit Food & Drinks gehen – allerdings nur auf Einladung. Beim Thinkathon wird es darum gehen, konkrete Fragestellungen in interdisziplinären Teams aus Experten und Vordenkern zu diskutieren. Wir sind gespannt!

3. Mit der prePEEK gibt es wieder ein Event, bei dem Blogger/innen auf ihre Kosten kommen.
Am 4. Juli, von 10 bis 18 Uhr könnt Ihr im Zwischengeschoss im Kraftwerk live dabei sein, wenn Influencer, Blogger/innen und Journalist/innen sich zum regen Austausch treffen.

4. Ein Must-See ist die Mode-Kunst-Kooperation des deutschen Modelabels Luxaa

Vom 3. bis 5. Juli präsentiert Luxaa im Greenshowroom eine neue Capsule-Kollektion, bei der sich alles um Tyvek dreht. Tyvek ist ein Vliesstoff, der insbesondere deswegen spannend ist, weil er stark verformbar und unglaublich strapazierfähig ist. Mit dem Leipziger Künstler Michael Holzwarth teilt das Unternehmen die Liebe zum Experimentieren – und hat eine Kollektion entwickelt, die innovativ, funktional und zeitlos ist – und dabei auch künstlerisch etwas wagt:
„[Im Cyanografie-Verfahren] werden die Luxaa Modelle mit einer photochemischen Emulsion behandelt und anschließend allein durch reines Sonnenlicht direkt am Strand belichtet. Die Modelle nutzen dabei die Mode als Unterlage und dienen so als lebendig-bildhafte Schablonen. An den belichteten Stellen wird das tiefe Cyan-Blau in variierenden Strukturen und Intensitäten sichtbar.“
Wie das in natura aussieht, könnt Ihr nächste Woche erkunden.

5. Als „Greenshowroom Selected“ präsentiert die Modenschau am Dienstag, dem 3. Juli, ab 19 Uhr die bemerkenswertesten Designs aller Aussteller des Greenshowrooms sowie der Ethical Fashion Show. Zum ersten Mal findet die Modenschau im Format der Mercedes-Benz-Fashion-Week im Berliner E-Werk statt! Fast zeitgleich finden im Kraftwerk selbst die „Nightshift“ und die „Ginger Party“ statt, bei denen man sich entspannt und in Begleitung leckerer Getränke kennen lernen und vernetzen kann.

6. Ab der Winterausgabe verschmelzen Greenshowroom und Ethical Fashion Show zu Neonyt. 
Ein internationaler Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovationen soll es werden. Denn dass nachhaltige Themen und technologischer Fortschritt eng miteinander in Verbindung stehen, liegt auf der Hand. Mit einem noch stärkeren Fokus auf die modische Ausrichtung der Messe einerseits und den unter dem Namen FashionSustain kuratierten Konferenzen zu nachhaltigen Materialien, Innovationen und Prozessen auf der anderen Seite möchte Neonyt zur globalen Drehscheibe nachhaltiger Modeproduktion und -präsentation werden – und damit nicht mehr nur Messe, sondern Innovationsschmiede im besten Sinne sein.