Sam

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Sam: 24 Jahre

Aus: Oldenburg

Heute: Praktikum bei Lebenskleidung

In zehn Jahren: Irgendwo zwischen Berlin und den Philippinen

Textiler Freund: Hip Hop Gangsta Jacke

Die Person.

Hi, ich bin Samanta aus Oldenburg und studiere Materielle Kultur: Textil sowie Kunst und Medien. Bei Materieller Kultur Textil geht es weniger um Modedesign als mehr um die Hintergründe des Textilien und Kultur an sich. Produktionen und Konstruktionen des gesellschaftlichen Kollektives sind weitere Themen.

Mich haben zum einen die kreativen Möglichkeiten interessiert, aber auch dass der Studiengang an mein vorheriges Wissen aus einem Praktikum bei einer Schneiderei und bei der Dekoabteilung eines Modehauses anknüpft. Die Praktika hatten mir beide sehr gefallen und daher habe ich mich auf den Studiengang beworben und bin genommen worden.

Ein typischer Tag bei Dir.

Momentan mache ich ein Praktikum bei Lebenskleidung. Ich gehe morgens entspannt zur Arbeit und kümmere mich als erstes um die Musterbestellungen. Pflege diese ein und versende Muster. Außerdem bin ich für die Kundenbetreuung zuständig und helfe aus wo ich kann. In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden und versuche so oft wie möglich zum Tanztraining zu gehen – und genieße nebenbei einfach Berlin!

In Gedanken

Ich habe mich erst relativ spät mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst – eigentlich erst mit dem Studium. Meine Mutter ist von den Philippinen und aus guten Verhältnissen, hat jedoch zwölf Geschwister. Da wurde Bekleidung bei Ihnen selbstverständlich an die Jüngeren weitergegeben und geteilt und dreimal hingesehen bevor etwas weggeworfen wurde. So wird es auch bei uns zuhause gehandhabt. Mein Eindruck von den Philippinen ist insgesamt, dass mit Materialien achtsamer umgegangen wird, alles bis zur letzten Sekunde genutzt wird und länger im Kreislauf erhalten bleibt.

Ich persönlich habe oft die Klamotten von meiner Schwester abbekommen. So bin ich groß geworden und erzogen worden. Wenn etwas nicht mehr passt, wird es nicht direkt weggeworfen, sondern weitergegeben. Und besonders seit dem Studium mache ich mir dazu noch mehr Gedanken. Es ist eben wichtig, was mit den Ressourcen passiert und es ist wichtig, sich dazu Gedanken zu machen. Auch wenn es bei mir etwas später war, immerhin verstehe ich es jetzt. Besser spät als nie. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Auch wenn es nur ein kleiner ist. Besser als nichts.

Bisher hatte ich mich nicht wirklich mit ökofairen Textilien beschäftigt. Das einzige was ich gemacht habe, ist viel in Second-Hand-Shops einkaufen zu gehen um so zu vermeiden, dass neue Sachen produziert werden.

Im Alltag

Also ich gehe super gerne in Oldenburg in Second-Hand-Läden shoppen – aber natürlich auch in Berlin. Die sind oft eine Fundgrube, oft finde ich dort Sachen, die ich woanders nicht finden würde. Außerdem findet man dort oft Sachen, die nicht kaputt sind, sondern fast neu – nur kurze Zeit getragen – warum sollte man da nicht zugreifen? Und auch jetzt noch übernehme ich Sachen von meiner Schwester. Wenn sie etwas aussortiert, freue ich mich immer wenn etwas dabei ist das mir gefällt. Erst letztens war ich bei ihr und habe mir was mitgenommen. Manchmal nähe oder gestalte ich das dann um und dann habe ich was Neues.

Wirklich Lieblingslabels und Shops habe ich nicht. In Berlin kenne ich mich noch nicht so gut aus und bummel am liebsten durch die Stadt.

Kaufgrund.

Für mich spielen viele Kriterien eine Rolle: Look, Stoff, Labels….aber als Studentin natürlich auch der Preis. Es darf nicht zu teuer sein. Aber es muss sich auch gut anfühlen und mir gefallen, sonst würde ich es nicht kaufen.

In Zukunft.

Ich würde mir wünschen, dass sich Nachhaltigkeit noch mehr durchsetzten würde. Ich meine, dass der Trend zwar schon in die Richtung geht, aber wirklich transparent finde ich das alles nicht. Zwar sieht man ja auch immer mehr Siegel und Logos bei auch großen Ketten, aber man weiß ja nie was wirklich dahinter steckt.

Wo ich in zehn Jahren bin weiß ich zur Zeit noch gar nicht. Weder ob ich hier Berlin sein werde oder woanders. Ich könnte mir schon auch vorstellen auf den Phillipinnen zu sein, aber das weiß ich wirklich noch nicht. Jetzt im Moment in Berlin geht es mir wirklich gut.

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Ökofaire Mode und Stoffe in Oldenburg

Bildschirmfoto 2014-09-16 um 16.34.59

Maas Natur im Uhlhornsweg 99

conSequenzen wear fair in der Alexanders. 9

Tuchfühlung Stoffladen mit beispielsweise Wollfleece von Lebenskleidung in der Nadorster Str. 62

Feenubia bei Dawanda Handgemachte Kindermode und Accessoires

Glücksrabe Handgemachte Kindermode

 Second Hand Läden

z.B.

Westend in der Ofener Str.26

Anziehbar Ziegelhofstraße 11

Alternative Konzepte

VerschenkeMarkt – Umsonstladenprojekt der lokalen Agenda 21 Gruppe. Rheinstraße neben Amalienbrücke.

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