Lavinia

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Lavinia: 28 Jahre

Aus: Köln

Heute: GSM

Wünscht Ssch: Ehrlichkeit

Textiler Freund: Havaianas aus Rio de Janeiro

Stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Lavinia Muth, bin 28 Jahre alt und habe BWL mit einer Spezialisierung auf Nachhaltigkeit und not for profit managment, ein duales Studium an der Alanus Hochschule in Bonn, studiert. Durch ein Praktikum während meines Studiums bin ich zur Global Sustainability Management GmbH gekommen, das war vor fünf Jahren.

Wir sind ein profitorientiertes Unternehmen und wurden vor über 10 Jahren gegründet. Zurzeit sind schätzungsweise 80% unserer Projekte im Bereich Textilien – weiterhin beschäftigen wir uns viel mit Konsumgütern – der Rest sind Food und Hartwaren. Bei uns geht es immer um die Rückverfolgung und Transparenz der Kette. Wir sind sehr systemorientiert. Wo kommt etwas her? Was kommt rein? Was kommt raus? Wir haben hier drei Departments: Das ökologische, das bezieht sich hauptsächlich auf Textilien. Im sozialen Department beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Sozialstandards. Dort bin ich mittlerweile seit zwei Jahren – vorher bin ich durch alle Abteilungen durchgelaufen. Und dann haben wir noch ein Projekt-Department, in welchem wir hauptsächlich PPP-Projekte (Public – Private – Partnership) und ganz viel im Bereich Capacity Building durchführen. In diesem geht es auf Grund der Kompetenz des Unternehmens auch hauptsächlich in die textile Richtung. Aber wir haben auch schon schöne, wilde Projekte mit Bio-Shrimps in Bangladesch gemacht. Wir führen auch einzelne CSR-Tests entlang der Kette von unterschiedlichsten Produkten durch. In diesen, wie in vielen anderen Fällen, zählen wir als dritter externer und neutraler Partner, und dürfen unsere Kunden nicht nennen. Was zum textilen Bereich noch hinzuzufügen ist, ist, dass wir auch sehr viel im konventionellen Sektor tätig sind, sogar fast hauptsächlich. Und sind immer wieder dabei, ökologische Kriterien für Kunden, Brands und Retailer zu entwickeln, um damit eine breitere Masse zu erreichen. Produktsicherheit ist ein weiteres großes Thema. 

Für eine Schweizer Kette haben wir einen ökologischen Standard entwickelt, der produktbasiert ist. Das Tolle daran ist, dass dies recht einzigartig ist, denn die meisten ökologischen Standards sind Betriebsstandards – wie auch der GOTS. Das heißt es kommt ein Auditor in die Fabrik und sieht sich beispielsweise die Chemikalien an und hofft, dass diese auch in der späteren Produktion verwendet werden. Es ist also nur eine Momentaufnahme und wird nur stichprobenartig im Nachhinein nochmal getestet. Was wir bei unserem Produktstandards machen ist, die zahlreichen Akteure entlang der Kette, mitunter können das bis zu 25 sein, zu befragen. Wir arbeiten mit Fragebögen: Wie wird es gemacht? Welche Chemikalien werden verwendet? Jede Überprüfung wird speziell auf das Produkt ausgerichtet und die Daten am Ende gegengeprüft. Ich stufe das als eine ziemliche sichere und detaillierte Überprüfung ein, bei welcher wir ziemlich schnell wissen, welche Rezepturen angewendet wurden und wie.

Wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus?

Ich arbeite seit zwei Jahren in der Abteilung für Soziales. Dort betreue ich einen japanischen Großkunden. Für diesen haben wir einen Social Code of Conduct entwickelt, an den sich natürlich alle Produzenten halten müssen. Der Sozialstandard ebenso wie alle weiteren Standards sind absolut basic, angelehnt an die ILO Kernarbeitsnormen, an den SA 8000, und die nationalen Gesetzgebungen. Wenn man die sozialen Standards richtig anziehen würde, würde man Monopole kreieren. Das ist leider so und dann würde der Supermarkt gar nichts verkaufen. Das ist momentan meine Tätigkeit: Ich organisiere die ganzen Audits für First Tier Supplier. Das schöne an unseren Audits ist, dass wir eben nicht nur diese machen, sondern auch einen ausführlichen Bericht im Nachhinein haben. Darauf basierend gibt es Korrekturmaßnahmen und eine garantierte Assistenzleitung zur Behebung der Nicht-Konformitäten. Das würde ich als unser Alleinstellungsmerkmal bezeichnen. Es ist meistens so, dass unsere Kunden zunächst nicht durch das Audit kommen. Dann aber durch einen 12-monatigen Korrekturmaßnahmeprozess von uns begleitetet werden. Hier arbeiten wir auch mit einer Datenbank zusammen, so dass ich 70% meines Alltags Records abgleiche zum Thema Sicherheit, aber auch im strategischen Bereich. Zusätzlich führe ich auch Audits vor Ort durch – zu sozialen Themen, aber auch zum Chemikalieneinsatz bei Textilien. Ich werde oft gefragt, woher ich dafür die Kompetenzen habe, denn ich habe nichts in die Richtung studiert. Es handelt sich jedoch weitestgehend um Systemaudits: Untersucht wird, ob die Fabrik ein System implementiert hat mit dem sie überprüfen kann, ob die Chemikalien richtig eingesetzt werden, ob sie die richtigen Informationen zu dem Produkt haben oder ob die Mitarbeiter geschult sind und ob sie in der Lage sind ein sicheres Produkt zu verkaufen.

 

Wie regelmäßig werden die Audits von euch durchgeführt?

Das ist sehr unterschiedlich. Wir machen das so nebenbei und unser eigentliches Ziel ist es, keine Audits durchzuführen. Ich mache das zwar sehr gerne, denn ich reise sehr gerne, jedoch ist meine Erfahrung, dass es sich bei Audits meist nur um eine Statusaufnahme handelt. Was davor und danach passiert, kann man nicht wissen. Egal wie gut der Auditor ist. Ich spreche manchmal sogar schon von einem „Audittourismus“. Wenn man beispielsweise in Bangladesch oder in den Fabriken zu Besuch ist, sieht man viele Auditoren und Zertifikate, jedoch läuft doch trotzdem sehr wenig. Ich denke es wäre beispielsweise sinnvoller das ganze Geld, das die letzten Jahre in Auditoren gesteckt wurde, in die Industrie zu investieren und beispielsweise Schulungen anzubieten. Dann wäre man meines Erachtens schon weiter. Unser Ansatz ist eigentlich mit hauptsächlich externen Auditoren zusammenzuarbeiten. Ich korrigiere die anschließend immer noch auf unseren Standard. Für das Chemikalien-Managment gibt es jedoch kaum kompetente Leute, deshalb müssen wir das auch selber machen.

AuditFührt Ihr angekündigte oder unangekündigte Audits durch?

Immer angekündigt. Dadurch, dass wir der neutrale dritte Partner im Bund sind und kein kommerzielles Interesse am Produkt haben, ist es ein riesiger Vorteil in der Zusammenarbeit mit dem Produzenten. Denn dann sind sie auch bereit ihre Fehler zu zeigen (natürlich nicht immer). Ich hätte das am Anfang auch nicht gedacht, und allen unterstellt, dass sie uns wieso was vormachen. Außer bei den Chinesen, da habe ich meine Meinung leider noch nicht geändert und bin sehr skeptisch.

Aber wenn man ansonsten richtig kommuniziert, dass man ein neutraler Partner ist, dann hilft das sehr viel im Audit. Ich erfahre das immer wieder, wenn ich irgendwo hin komme. Erstmal denken sie:

„ Eine Frau und dazu noch eine junge. Was will die uns denn zeigen?“ Und dann, nach 1 ½ Stündchen, lässt die Arroganz nach und es wird festgestellt, dass sich ein interessanter Austausch entwickeln kann. Plötzlich wird gefragt: „Hier haben wir noch ein Problem, was können wir denn da machen? Oder was sagen Sie hierzu?“ Super spannend und es funktioniert!

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich beruflich?

Boah, wenn ich das Wort schon höre. Dann kommt mir echt was hoch. Ich könnte Dir jetzt irgendwelche Zitate von schlauen Leuten an den Kopf werfen, aber ich habe es eigentlich für mich noch nicht herausgefunden. Ich bin der Meinung, dass der Begriff an sich eine extreme Dynamik trägt. Ich will mich da nicht so festlegen. Klar ist für mich, dass es in die Richtung von was Gutem oder einer holistischen gesunden Entwicklung geht. Als ich noch im Studium war, wollte ich immer die Welt retten und das will ich eigentlich immer noch, aber ich habe gelernt, dass es nicht von oben geht. Man muss dies Stück um Stück tun. Ich habe es die letzten Jahre mitbekommen, was als nachhaltig proklamiert wurde, hat sich dann oft nicht so herausgestellt…deshalb bin ich vorsichtig geworden. Ich glaube trotzdem an eine nachhaltige Zukunft aber kann auch nicht sagen DAS ist jetzt nachhaltig. Vieles was einem als nachhaltig verkauft wird, entpuppt sich doch allzu oft als Greenwashing. Parameter werden herausgenommen und nur ein geringer Teil wird eingehalten. Aber dafür gibt es dann trotzdem ein Siegel. Trotzdem findet natürlich eine (Ver)besserung statt…ich weiß es nicht.

Und für Dich persönlich?

Also mir liegt mein Job in Fleisch und Blut und ich denke das deckt sich fast ganz.. aber für mich persönlich ist es natürlich nochmal einfacher eigene Prämissen zu setzen. Allerdings muss man die dann auch nicht so sachlich erklären lassen wie im Job….

Wie lebst Du Nachhaltigkeit?

Also mittlerweile bin ich viel entspannter. Früher war ich viel militanter und hatte da auch noch so eine missionierende Einstellung. Das habe ich, denke ich, abgelegt. Eine zeitlang hatte ich den Eindruck, dass ich das ganze nur mit einer gewissen Aggression rüberbringen kann.

Bestimmte Menschen kann man eben nur aufrütteln, wenn man denen diese emotionalen Argumente an den Kopf knallt. Diese ganzen Skandale und Katastrophen, das sind ja alles super emotionale Sachen, allerdings ist die Lösung dessen nicht emotional.

Da muss man sachlich vorgehen und man muss gucken: „Was ist der Fall? Was ist die Ursache? Warum ist das so?“ Inwieweit darf ich da als Außenstehender, oft westlicher Außenstehender, mit unseren Menschenrechten, die jetzt seit über 50 Jahren niedergeschrieben sind, sagen, dass diese richtig sind? Dadurch, dass ich mich sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetze, habe ich andere Prämissen aber auch Möglichkeiten. Im Food-Bereich hat man es gegenüber Textilien, meines Erachtens, etwas einfacher sich zu orientieren, indem man beispielsweise regional kauft. Ich bin auf einem Bauernhof im Sauerland aufgewachsen und damit zu direkten Zugang zu regionalen Produkte gewöhnt – von klein auf.

Wie konsumierst Du Bekleidung?

Im Bekleidungsbereich kaufe ich bis auf Unterwäsche, Socken und Schuhe zu 80% alles Second-Hand. Das ist natürlich auch keine Absicherung der Produkte: Eine gebrauchte Lederjacke wird wahrscheinlich immer noch Chrom 6 enthalten und ich atme das wahrscheinlich auch ein, aber ich sterbe nicht davon. (Anm. R. eine Alternative stellt zum Beispiel vegetabil gegerbtes Leder dar, wie das von deepmello) Ansonsten kenne ich mittlerweile einige Produzenten aus dem Bio-Bereich, die schöne Sachen machen.

Seit drei Jahren mache ich die Prüfung der Aussteller bei der Innatex und setze mich auch intensiv mit deren Zertifikaten auseinander. Daher sehe ich, inwieweit diese in der Produktion mit drinnen stecken, wie transparent sie sind und wie außer dem Hauptstoff auch die weiteren Materialien überprüft sind. Heute trage ich eine Denim Jeans von Sey. In Köln gibt es natürlich Lanius, die sich sehr viel Mühe gibt. Da ich sehr viel unterwegs bin, in Indien oder auch Peru, kaufe ich auch gerne direkt dort ein – aber natürlich erst nach dem Audit ;-). Und ich trage auch sehr viele und gerne Klamotten von meiner Mutter. Aber ich muss auch zugeben, dass wenn ich durch die Stadt laufe und mir etwas gefällt, ich das dann auch kaufe. Wobei ich generell sagen würde, dass ich gar kein Trendtyp bin. Ich habe immer die Formen und Farben angezogen, die mir gerade zugesagt haben.

Wenn man sich mit diesem ganzen Fashion-Zirkus beschäftigt hat, sieht man das alles anders. Aus gesellschaftlicher Sicht ist das, was H&M oder Inditex mit Fast Fashion in den letzten Jahren aufgebaut haben, eine coole Sache. Denn sie haben es geschafft für die breite Masse und auch sozial und ökonomisch schwächere Milieus den Zugang zu Fashion mit aktuellen Farben und Formen zu bereiten. Von einer Metaebene könnte man sagen, sie haben die Mode demokratisiert. Ob man dafür jetzt 14 Kollektionen im Jahr braucht, ist wieder eine andere Frage.

Ich kann mich noch erinnern: Vor 20 Jahren fing meine Mutter, die sich bis dahin nur in Premiummarken wie Gucci, Prada gekleidet hat, an, diese mit einem H&M T-Shirt zu kombinieren. Ich war damals ein Kind und fand das ziemlich cool.

Ich hoffe sehr, dass die kleinen Bio-Pioniere, die sich die letzten Jahre heraus kristallisiert haben, ihr Konzept beibehalten. Ein paar kenne ich schon einige Jahre: Angefangen haben sie mit einer Sommer/Winter-Kollektion und jetzt läuft es langsam besser, sodass Frühjahr und Herbst dazu kommen. Es gibt natürlich auch immer die permanenten Artikel, aber es zeichnet sich auch Saisonware ab, da sie natürlich auch versuchen etwas von dem Trend abzubekommen. Langsam besteht auch mehr oder weniger die Option, in diesen Zyklen – ich betone mehr oder weniger – ökofaire Kollektionen herzustellen. Ich bin jedoch ganz vorsichtig, ob sich dann das Konsumverhalten überhaupt ändert – und das ist notwendig! Auch gegenüber der Sharing Economy bin ich zurückhaltend, es geht zwar entgegen des kapitalistischen Besitzkonzepts, aber ich denke, dass der Konsum ansteigen wird. Denn es gibt mehr Möglichkeiten noch mehr zu haben…. Ich, beispielsweise, nutze Carsharing und seit ich darauf zurückgreifen kann, benutze ich das Auto öfter, auch wenn ich die Dinge mit dem Fahrrad oder zu Fuß hätte erledigen können. (Anm. R. Das Sharing Konzept ist auch in der textilen Welt angekommen. Bei der Kleiderei aus Hamburg, die es jetzt auch mit Online-Angebot gibt, können beispielsweise Kleidungsstücke geliehen werden.)

Was wünschst Du Dir denn im Bezug auf nachhaltige Mode?

Ich wünsche mir….puh das ist schwer. Klar, dass die kleinen Bio-Pioniere größer werden. Aber das ist nicht realistisch. Ich weiß ja wie es auf dem Biobaumwollmarkt aussieht. Ich frag mich bis heute woher sie die ganze Biobaumwolle haben…unmöglich. Die Ernten von 2011 und 2012 sind fast ausgefallen. Es ist nicht möglich, dass sie soviel Biobaumwolle verarbeiten. Deswegen ist es auch so eine Sache. Ich bin natürlich für das Konzept von Bio, jedoch weiß ich auch was vor Ort passiert. Wir haben es leider fast jeden Tag mit gefälschten Zertifikaten zu tun. Da kommt Kunde XY aus Europa und will eine bestimmte Menge Z, natürlich unterschreibt ihm der Produzent das. Die Mustermenge wird in Bio produziert, diese wird in das Labor gesendet und dann gibt es ein Okay. Und los geht es mit der Produktion. Und da ist dann keine Biobaumwolle drin.

Ich glaube ein riesiges Thema für die Zukunft ist Produktsicherheit und der Einsatz von Chemikalien. Beim GOTS Standard gibt es konforme Stoffe und Anleitungen dazu, wie und in welcher Kombination sie verwendet werden dürfen. Die Chemikalien, die in dieser Liste aufgeführt sind, sind jedoch die von großen Pharmafirmen wie BASF. Bedeutet, sie produzieren auch Chemikalien für die Textilindustrie, die schadstoffärmer sind. Ihr großes Geld machen sie jedoch mit dem konventionellen Geschäft.

Auch in Recycling und Upcycling sehe ich eine Zukunft, jedoch ist dies auch wieder eine systemische Frage. Es gibt mittlerweile die Möglichkeit recyceltes Polyester aus PET Flaschen zu gewinnen. Allerdings sind Fälle bekannt, in denen die PET-Flaschen extra hergestellt wurden. Da es wesentlich aufwendiger ist alte Flaschen zu reinigen und aufzubereiten, als neue Flaschen herstellen zu lassen. Man muss also wirklich genau hinsehen. Eine weitere Möglichkeit ist es, aus Altkleidern neue Garne herstellen zu lassen. Das Problem ist jedoch: Wenn es Mischgewebe sind ist das nicht möglich. Da reicht schon ein T-Shirt aus 98% Baumwollen und 2% Elasthan, und die Faser lässt sich nicht mehr aufspinnen. Polyester ist ein endender Rohstoff, aber die Polyesterfaser nimmt zum Beispiel sehr gut Farbe auf, sodass ein einheitlich gefärbtes Garn sehr gut gewonnen werden kann. Auch die chemische Aufbereitung ist weniger belastend als bei einem Baumwollshirt. So kann es sein, obwohl es sich um einen nicht nachwachsenden Rohstoff handelt, dass ein Polyester-Shirt eine bessere Ökobilanz hat als ein Biobaumwollshirt. All diese Details sind natürlich sehr schwer an den Verbraucher einfach aufbereitet weiterzugeben.

Ich denke, dass der Verbraucher seine Macht kennen sollte und auch nutzen sollte. Jedoch sehe ich mehr eine Systemfrage dahinter. Ein Konsument, dem ein 5€ T-Shirt gefällt, der wird dieses früher oder später kaufen. Er könnte dies lassen. Aber zunächst ist es Industrie, Handel und Politik, die dieses auf den Markt werfen. Klar der Impuls für eine Veränderung sollte auch vom Konsument kommen. Aber ich finde es extrem traurig, dass im 21. Jahrhundert alles von unten kommen muss…

Hast Du ein textiles Objekt, das Dich schon lange begleitet und Du nicht hergeben wirst?

Nein, ich halte nicht soviel von Besitz und das hat mich einfach noch nie gepackt..Klar habe ich Teile, die ich gerne anziehe. Aber wenn es dann kaputt geht, dann ist es auch in Ordnung und dann kann ich es wegwerfen. Am ehesten würden dazu vielleicht noch meine Havaianas passen. Die habe ich vor 15 Jahren in Rio de Janeiro gekauft. Die habe ich jetzt schon so lange, da wäre ich wahrscheinlich wirklich traurig wenn sie kaputt gehen. Sie sind auch einfach praktisch! Allerdings gibt es sie mittlerweile überall zu kaufen..Zwar aus Plastik, aber sie halten. Das sind die Produkte, die für Arme entworfen wurden und die halten.

Wann bist Du glücklich?

Letztens hat mich erst ein Freund gefragt: „Lavi, Du wirkst immer so glücklich? Sag mir wann ist ein Mensch glücklich?“ Puh, was ist das für eine Frage….? Das ist so unsere Aufgabe im Leben, die Antwort darauf zu finden. Ich kann Dir besser sagen, wann ich zufrieden bin: Ich bin zufrieden, wenn ich weiß, dass ich ehrlich zu mir selber bin und ich das Gefühl habe, dass die Menschen mit denen ich zu tun habe, das auch mit mir sind. Dann bin ich zufrieden. Ich bin natürlich noch zufriedener wenn ich mit einem Glässchen Prosecco auf Bali sitze :-). Ich glaube ich bin meist zufrieden. Und bezogen auf unser Thema: Wenn ich merke, dass unser Produzent ehrlich zu mir ist und mir auch seine Probleme schildert. Und ich den Eindruck habe, ich könnte Teil der Lösung sein. Wobei, manche Produzenten checken auch sehr schnell worum es geht und lösen ihre Probleme schnell selber. Das ist natürlich fast am besten.

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