Hintergrund:

Download PDF

Verarbeitung

von

Maschenware 

Maschenware ist, wie der Name schon sagt, eine Strickware mit Maschen. Verwendet man zu spitze oder zu scharfe Nadeln können diese den Stoff regelrecht beim Nähen zerschneiden. Ein weiteres Problem ist die falsche Stichlänge beziehungsweise der falsche Stich. Löcher sind dann das Resultat an den Nähten, die auch richtig zu Laufmaschen werden können, ähnlich wie bei Strumpfhosen. Besonders bei Single Jersey zeigt sich dieses Problem, aber auch bei der Verarbeitung von Sweat und Interlock kann es zu Schwierigkeiten kommen. Da man nie auslernen kann, gibt es hier ein paar Hintergrund-Infos und weiterführende Links zur Verarbeitung dieser Stoffqualitäten.

Zunächst die richtige Nadel

Jerseynadeln sind an der Spitze nicht scharfkantig, sondern eher rund, damit sie einen Maschenfaden nicht durchtrennen, sondern daran vorbei in den Strickstoff eintauchen. Egal, ob eine (Overlock)maschine aus dem unteren oder oberen Preissegment kommt, mit den falschen Nadeln machen beide Löcher in Jersey. Wenn eine preiswertere Overlockmaschine nicht mit Jerseynadeln daherkommt, muss man sich welche besorgen. Extrem wichtig ist, dass eine Rundkopfnadel mit dem Zusatz SUK verwendet wird. Man sollte eine möglichst dünne Nadel verwenden (z.B. 75/11 SUK, 80/12 SUK). Gute Erfahrungen wurden gemacht mit EL x 75 SUK von Organ. Ebenfalls empfiehlt sich die Verwendung von Bauschgarn in den Greifern (oder elastisches Nähgarn) und z.B. einer 4-Faden Overlocknaht.

Übersicht Nähmaschinennadeln
Ganz unten ist die Jersey Nadel

Eine schöne Übersicht von verschiedenen Nadeln gibt es hier.

Stichwahl und Länge

Besonders Single Jersey rollt sich beim Verarbeiten ein wenig an den Kanten auf, weshalb auf eine gleichmäßige Fixierung des Stoffs geachtet werden sollte. Verwendet einen Stich mit einer größeren Fadenweite, z.B. einen Zickzack- oder Dreifachstich oder arbeitet mit einer Overlock-Maschine. Auch sollte man natürlich ein möglichst hochwertiges Garn verwenden.

Single Jersey ist sehr anspruchsvoll zu verarbeiten und auch wenn Kunden jahrelange Näherfahrung haben, kann es hier zu genannten Problemen kommen, wenn man nicht genau aufpasst. Schon eine 90er-Nadel oder die Verwendung einer Universalnadel á la „Das ging doch sonst auch immer bei anderen Stoffen“ kann zu diesen Problemen führen.

Gerade für Nähanfänger empfiehlt es sich, auf einem kleinen Probestück verschiedene Nadeln und Einstellungen vor dem endgültigen Verarbeiten zu testen. Bei der Vielzahl an Maschinen auf dem Markt gibt es hier leider keine Universallösung, sondern man muss anhand der genannten Informationen tatsächlich zuerst den Test machen.

Zusammengefasst:

  • Unbedingt Rundkopfnadeln verwenden (SUK)!
  • Am besten Nadeln 75/11 SUK, 80/12 SUK (Universalnadel 90/14 kann schon zu großen Problemen führen)
  • Große Fadenweite wählen, z.B. einen Zickzack- oder Dreifachstich (die zu enge Fadenweite kann durch die Spannung dazu führen, dass der Stoff aufgrund seiner Konstruktion sehr schnell reißt und Löcher bekommt – Geradstich oder eine kleine Stichlänge ist für Jersey ungeeignet!)
  • Hochwertiges Garn verwenden (am besten Bauschgarn (oder elastisches Garn) im Greifer verwenden)
  • Am besten mit einer Overlock-Maschine arbeiten
  • Gegen mögliches Wellen des Jerseys hilft es, den Nähfußdruck zu verringern und/ oder Backpapier unter zu legen (siehe weiterführende Links unten)

Detaillierte Beschreibungen und weitere Tipps gibt es zum Beispiel auf dem Blog von Segger Pepper. Dort gibt Irene ihre Erfahrungen und Empfehlungen zur Verarbeitung von Strickware wieder (englisch).

Oder auch auf dem Blog von Buttinette.

Vielleicht habt Ihr noch weitere Tipps? Oder ganz andere Erfahrungen? Lasst es uns wissen!

In unserem Bio Stoffe Angebot findet sich natürlich auch Maschenware wie Sweat, Single Jersey, Interlock etc. Schaut einfach mal im Online Shop von Lebenskleidung vorbei.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.