Cristina Wille und Loveco

Loveco
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Wer: Christina Wille und ihr Store Loveco

Was: Vegane, faire und ökologische Mode

Wo: Berlin, Sonntag Str. 29

Zur Person:

Stell Dich doch mal kurz vor. 

Ich habe in Oldenburg Materielle Kultur: Textil studiert. Ein kulturwissenschaftlicher Studiengang mit einem Schwerpunkt auf Textilien. Einer der Dozenten hat vorrangig zum Thema nachhaltige Textilproduktion geforscht und gelehrt und darüber bin ich mit den Themen Ökologie und Fairtrade im Bekleidungssegment in Berührung gekommen. Christina WilleWährend des Studiums habe ich dann erstmal verschiedene Stationen am Theater und bei einem kleinen Modelabel eingelegt. Die Designerin des Labels hat damals schon ausschließlich fair und ökologisch produziert. Hier wurden definitiv die Grundsteine für mein Interesse an nachhaltiger Textilproduktion gelegt. Nach dem Bachelorstudium habe ich an der Detox-Kampagne für Greenpeace mitgearbeitet. Hier habe ich zusätzlich eine Menge über Umwelteinflüsse durch die Textilproduktion gelernt.

Anschließend landete ich als Storeleiterin in Berlin bei DearGoods, wo ich zwei Jahre lang arbeitete. Hier wurde dann noch mein Blick für den veganen Aspekt im Textilsektor geschärft.

Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass das Angebot an Labels groß ist, dass die Nachfrage da ist, aber dass es gerade für Berlin recht wenig Läden gibt, die die Nachfrage abdecken. So entstand loveco.

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Wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus? Gibt es das überhaupt?

Nein, den gibt es nie. Denkt man, der Tag wird rappelvoll und man bereitet sich auf Ansturm vor, herrscht gähnende Leere. Andersherum kommt man mit einer ellenlangen to-do-Liste in den Laden, will 1000 Dinge erledigen und kommt zu Nichts, weil ununterbrochen etwas los ist. Aber so soll es ja auch sein und vor allem habe ich tolle Kundschaft, um die ich mich gern kümmere! Drum herum wird dann der Laden immer wieder umgestaltet, neue Labels ausfindig gemacht, Kontakt zu den Designern aufgebaut, Fotoshootings organisiert, Ordern gemacht und leider so lästige Dinge wie Buchhaltung erledigt…

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Mode und Moral

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich im Beruf? Was machst Du?

Ich bin stetig umgeben von Nachhaltigkeit. Die Labels, die ich aussuche, müssen verschiedenste Kriterien erfüllen, von der ökologischen und fairen Produktion bis hin zu veganen Materialien. Darüber hinaus schwatze ich Leuten nicht irgendein Teil auf, sondern will, dass sich die KundInnen wohl fühlen, damit sie das Kleidungsstück auch lange und oft tragen. Im Laden wird ebenfalls darauf geachtet, dass möglichst viele recycelte Materialien eingesetzt werden, wie alte Möbel, und natürlich kann man auch bei der Wandfarbe und beim Putzmittel auf ökologische Produkte achten.

Und für Dich persönlich? Gibt es da einen Unterschied?

Nein, den gibt es nicht. Ich versuche im Alltag genauso nachhaltig zu leben wie in meinem Beruf.

Wie konsumierst Du Bekleidung? Deine 5 Tipps!

Ich shoppe Lieblingsstücke! Weniger ist häufig mehr!

Wenn ich nicht bei mir im loveco etwas finde, schaue ich in anderen Ecostores.

Ich frage mich, ob ich das Teil wirklich brauche und ob ich es tragen werde.

Ich versuche Sachen möglichst lange zu tragen. Das heißt, ich lasse Sachen reparieren, wasche sie schonend, lüfte aus statt zu waschen, etc.

Second-Hand-Sachen sind ökologisch und man findet Einzelstücke, die sonst niemand hat.

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Hast Du Tipps zu Labels, Shops, Literatur, Events, Blogs etc.?

Labels habe ich natürlich eine ganze Reihe! Aber ich versuche mal ein paar „neue“ und außergewöhnliche herauszupicken: Wer meint, eco fashion könne nicht nach Mode aussehen, der schaue sich bitte Jan n‘ June aus Hamburg an oder auch Lilika Eden aus Berlin. Sonst bin ich ein riesiger Fan von Kuyichi, die nicht nur tolle Hosen machen, sondern auch eine super Oberbekleidungslinie. Außerdem hat Wunderwerk immer wieder richtig schöne Fashionteile mit im Sortiment. Da schmelze ich jedes Mal hin beim Auspacken. Ganz neu aufgenommen wird ab nächstem Sommer Maria Seifert aus Leipzig. Sie macht unglaublich schöne und klassische Sachen, die man perfekt im Büroalltag anziehen kann. Sie verarbeitet wundervolle Stoffe und spricht mit ihrem Stil die erwachsene Frau an.

Shops stehen natürlich ganz oben auf meiner Liste: Alle Glore-Stores und DearGoods, möon, Wertvoll und online glore.de, avocadostore.de

Blogs mag ich sehr: heylilahey, hier versucht Mia vorrangig eco fashion vorzustellen und auch die liebe Lisa von at/least. Außerdem schreibt Franziska Schmid regelmäßig auf les mads über ecovegane Mode oder auf ihrem eigenen Blog Veggie Love. Da gibt’s genug Inspiration!

Ganz großartig sind auch die Mädels von de groene meisjes aus Amsterdam. Meist auf Holländisch, aber Bilder sagen ja manchmal mehr als Worte.

Wer sich für eco faire und vegane Mode interessiert sollte auch die neuen Magazine vegan good life und Noveaux nicht verpassen.

Was wünschst Du Dir im Bezug auf Konsum und Angebot?

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen nach fair und ökologisch produzierter Mode fragen. Dass sie sich informieren, wo sie sie finden können und dass es bald noch viel mehr tolle Läden und Labels gibt, die das Angebot erweitern! Dann kann nämlich niemand mehr sagen: Ich würde ja gern, aber ich weiß nicht wo.

Wir haben eine enorm große Macht mit unserer Kaufentscheidung. Die muss man aber auch erstmal zu wissen nutzen.

Gedanken

Hast Du ein textiles Objekt, das Dich schon lange begleitet und Du nicht hergeben wirst?

Eine alte Jeansjacke. Sie ist über 14 Jahre alt, was ihr mittlerweile so zu schaffen macht, dass sie vorrangig im Schrank hängt. Aber ich könnte sie nie nie nie hergeben! Also fristet sie ihr Leben nun auf einem Kleiderbügel.

Loveco

Wann bist Du glücklich?

Wenn ich eine glückliche Person mit einem Lächeln im Gesicht aus der Kabine kommen sehe und weiß: Das wird sie lieben und ewig tragen! Dann weiß ich: Ich habe alles richtig gemacht!

VIELEN DANK CRISTINA!

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