Im Interview mit ecuomo-Gründer Miguel Martin

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Nachhaltige Männermode scheint immer noch eine Nische zu sein. Oder, um es anders zu sagen – es ist nicht immer einfach, Männersachen zu finden, die leger, edel und gutaussehend in Einem sind! Deshalb freuen wir uns umso mehr, Euch die spanische Marke ‚ecuomo‘ und ihren Gründer Miguel Martin vorzustellen. ecuomo entwirft und produziert nicht nur alle Shirts in Spanien, sondern hat lässigen Chic wirklich verstanden und bis ins kleinste Detail umgesetzt – aber seht selbst!

Hey Miguel, könntest Du Dich bitte kurz vorstellen?

Aber sicher! Ich bin Miguel Martin. Derzeit arbeite ich als Berater für Entwicklungsagenturen wie die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die International Finance Corporation. Ich interessiere mich für nachhaltige Entwicklung insbesondere in der Modebranche, da meine Familie mehrere Bekleidungsgeschäfte in Almeria, Spanien hat. Darüber hinaus habe ich von 2012 bis 2013 für Inditex (eine multinationale Bekleidungsfirma aus Spanien) gearbeitet. Außerdem war ich an der Entwicklung von fashionomics beteiligt, einem Projekt der Afrikanischen Entwicklungsbank zur Unterstützung der Modebranche in Afrika.

Ecuomo-Gründer Miguel Martin

Wann wurde Dein Label gegründet und was hat Dich dabei angetrieben?

Ecuomo wurde im letzten Jahr gegründet. Ziel war und ist es, eine auf Nachhaltigkeit und Ethik ausgerichtete Modemarke zu schaffen. Aus diesem Grund verwenden wir für die Knöpfe, Etiketten und Taschen immer nachhaltige Stoffe, Bio-Baumwolle und recycelte Materialien. Darüber hinaus produzieren wir unsere Hemden in Málaga, Spanien, wo die Arbeitsbedingungen den Vorschriften der Europäischen Union und Spaniens entsprechen. Ecuomo arbeitet auch mit ASWE (Association of the Williams syndrome Spain) zusammen; wir haben eine Vereinbarung unterzeichnet, einen Teil des Einkommens von ecuomo diesem Verein zu spenden.

Wieviele Leute arbeiten derzeit bei ecuomo und wie wichtig sind Dir große oder kleine Arbeitsstrukturen?

Wir sind eine sehr junge Organisation. Momentan bin ich die einzige Person, die bei ecuomo arbeitet, aber wir haben ein Netzwerk von Firmen und Organisationen, die mit uns zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür ist unsere Zusammenarbeit mit dem Circular Project, das unsere Shirts online und im Laden in Madrid, Spanien, verkauft und uns auch beim Marketing hilft!

Verkauft Ihr Eure Sachen hauptsächlich online oder auch in Shops?

Wir verkaufen unsere Kleidung über unsere Website und in besagtem Geschäft, das ‚The Circular Project‘ in Madrid hat. Wir haben keinen Laden, weil wir momentan nur Hemden anbieten. Wir werden aber einen ‚richtigen‘ Laden haben, sobald wir mehr Ressourcen und eine Vielzahl von Produkten haben. Außerdem arbeiten wir gerade an unserer Homepage, um unsere Produkte innerhalb ganz Europas verschicken zu können – nächsten Monat sollten wir damit fertig sein!

Ein edles, aber auch lässiges Hemd – in unserem Chambray in Rubino!

Wie sieht es mit der nachhaltigen Szene in Spanien aus? Tut sich da gerade viel und bemerkst Du eine Art Ruck hin zu mehr Nachhaltigkeit?

Meiner Meinung nach ist nachhaltige Mode notwendig und ein Trend, der weltweit wächst. In Spanien haben wir viele Unternehmen, die versuchen, ein System zu entwickeln, das hinsichtlich Umweltverträglichkeit und sozialer Verantwortung auf unbestimmte Zeit unterstützt werden kann. Ecuomo möchte als Teil dieser neuen Marken die Möglichkeit bieten, Mode mit ethischen und nachhaltigen Werten zu schaffen. Aus diesem Grund verwenden wir nachhaltige Rohstoffe und produzieren in Spanien, um die Umwelt in unseren Prozessen zu schonen und um sicherzustellen, dass die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter so gut wie möglich sind.

Mit welchen Schwierigkeiten hattet oder habt Ihr zu kämpfen – und wie löst Ihr sie?

Für uns ist es immer wieder schwierig, Lieferanten zu finden. Wenn man eine Modemarke gründen möchten, wird man leicht konventionelle Stoffe finden, aber wenn man nur nach Bio-Baumwolle und nachhaltigen Stoffen Ausschau hält, wird es meist sehr schwer, eine Bandbreite von Stoffen und Lieferanten zu finden. Darüber hinaus sind die Preise höher als die der konventionellen Materialien, was sich natürlich auch auf den Endpreis der Produkte auswirkt. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, mit Gewinnspannen zu arbeiten, die weit unter den Margen der Modebranche liegen.

Aus reiner Neugierde: Wie bist Du auf Lebenskleidung gestoßen?

Ich habe Eure Seite online gefunden. Nachdem ich dann außerdem mit Leuten aus der nachhaltigen Modebranche gesprochen habe, ist mir klar geworden, dass Lebenskleidung da eine wichtige Adresse ist!

Noch mehr Lebenskleidung-Stoffe an weiteren schönen Hemden. Hier zu sehen: Unser Oxford-Hemdenstoff und unser Navy-Weiß gepunkteter Hemdenstoff

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich – im Job, aber auch privat?

Wie schon gesagt, arbeite ich als Berater für Entwicklungsagenturen, deshalb bin ich an mehreren Projekten in Bezug auf menschliche Entwicklung, Klimawandel und Nachhaltigkeit beteiligt. Außerdem versuche ich, in meinen täglichen Aktivitäten keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu haben.

Wie wichtig ist es Dir zu netzwerken? Nimmst Du beispielsweise regelmäßig an Roundtables oder anderen Veranstaltungen teil?

Meiner Meinung nach ist das einer der wichtigsten Faktoren, um eine Marke zu managen, aber leider arbeite ich Vollzeit, so dass ich nicht genug Zeit habe, um zu all den Veranstaltungen zu gehen, zu denen ich gehen möchte. Ich denke aber, Netzwerkstrukturen sind essentiell für das Management einer erfolgreichen Marke.

Wie würde die ideale Konsumlandschaft in Deinen Augen aussehen?

Ein ethischer Konsum ist für mich das wichtigste Instrument, um den Wandel zu einer nachhaltigen Modeindustrie hinzukriegen. Unternehmer wie ich können dem Markt nachhaltige Produkte anbieten, aber der Wandel muss von der Gesellschaft selbst ausgehen. Um ehrlich zu sein: Ich habe keinen idealen Verbraucher, jeder Mensch, der an Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung interessiert ist, sollte Marken wie ecuomo oder Lebenskleidung unterstützen, um uns zu helfen, die Branche so schnell wie möglich zu verändern!

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